Körperverletzungsdelikte

Strafrecht

Die Körperverletzungsdelikte schützen die körperliche Unversehrtheit des Menschen. Man unterscheidet hierbei die vorsätzliche und die fahrlässige Begehungsweise (vgl. §§ 223 ff. und § 229 StGB). Die vorsätzliche Körperverletzung kann zudem qualifiziert sein als gefährliche (§ 224 StGB) oder schwere Körperverletzung (§ 226 StGB) oder als Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB).

Während die einfache vorsätzliche Körperverletzung auch mit Geldstrafe geahndet werden kann, sieht das Gesetz für eine gefährliche Körperverletzung schon eine Mindestfreiheitsstrafe von 6 Monaten vor. Eine gefährliche Körperverletzung liegt u.a. dann vor, wenn sie

  • mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs
  • mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich
  • mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung

begangen wird.

Eine schwere Körperverletzung liegt vor, wenn durch die Tat eine schwere Folge gemäß § 226 StGB für den Verletzten eingetreten ist und den Täter hinsichtlich dieser Folge wenigstens Fahrlässigkeit zur Last gelegt werden kann, § 18 StGB. Schwere Folgen in diesem Sinne sind u.a.

  • Verlust des Sehvermögens auf einem Auge, des Gehörs, des Sprechvermögens oder der Fortpflanzungsfähigkeit
  • Verlust oder dauernde Unbrauchbarkeit eines wichtigen Gliedes des Körpers
  • Dauerhafte Entstellung in erheblicher Weise

Die Mindestfreiheitsstrafe ist in diesen Fällen ein Jahr Freiheitsstrafe.

Im Bereich der Körperverletzungsdelikte kann eine einfache Körperverletzung aufgrund eines Qualifikationstatbestandes schnell zu einem schweren Vorwurf werden, der zwingend eine Freiheitsstrafe nach sich zieht. Es empfiehlt sich daher, sich der Hilfe eines auf das Strafrecht spezialisierten Rechtsanwalts zu bedienen. Erfolgversprechende Verteidigungsansätze bietet u.a. die Möglichkeit der Durchführung eines Täter-Opfer-Ausgleichs nach § 46a StGB, sodass das Gericht die Strafe nach § 49 Abs. 1 StGB mildern oder, wenn keine höhere Strafe als Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bis zu dreihundertsechzig Tagessätzen verwirkt ist, von Strafe absehen kann.

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