Strafbefehl

Ihre Anwälte bei Strafbefehl in Dortmund

Strafbefehl erhalten – was tun?

Ratgeber zum Strafbefehlsverfahren im Strafrecht

Sie haben per Post einen Strafbefehl vom Amtsgericht erhalten? Für viele Betroffene kommt ein Strafbefehl überraschend. Häufig stellt sich sofort die Frage:

  • Was bedeutet ein Strafbefehl?
  • Muss ich die Strafe akzeptieren?
  • Kann ich Einspruch einlegen?
  • Welche Frist gilt für den Einspruch?

Ein Strafbefehl ist eine besondere Form des Strafverfahrens. In vielen Fällen wird damit ein Strafverfahren ohne Hauptverhandlung vor Gericht beendet.

Ob ein Einspruch sinnvoll ist, hängt immer vom konkreten Einzelfall ab.

Was ist ein Strafbefehl?

Ein Strafbefehl ist eine gerichtliche Entscheidung im Strafverfahren, die ohne mündliche Verhandlung ergeht.

Das Gericht erlässt einen Strafbefehl auf Antrag der Staatsanwaltschaft, wenn es aufgrund der Ermittlungsakte davon ausgeht, dass der Beschuldigte die Tat begangen hat.

Der Strafbefehl ersetzt dann gewissermaßen ein Urteil – allerdings nur, wenn der Beschuldigte keinen Einspruch einlegt.

Welche Strafen können im Strafbefehl verhängt werden?

Im Strafbefehlsverfahren können verschiedene Strafen verhängt werden.

Typische Sanktionen sind:

  • Geldstrafe (in Tagessätzen)
  • Fahrverbot
  • Punkte in Flensburg
  • Verwarnung mit Strafvorbehalt
  • Einziehung von Gegenständen

In bestimmten Fällen kann auch eine Freiheitsstrafe auf Bewährung verhängt werden.

Besonders häufig betrifft das Strafbefehlsverfahren Delikte wie:

  • Betrug
  • Körperverletzung
  • Beleidigung
  • Diebstahl
  • Verkehrsstraftaten

Welche Frist gilt für den Einspruch gegen den Strafbefehl?

Wenn Sie einen Strafbefehl erhalten haben, ist eine Frist besonders wichtig.

Der Einspruch muss innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung des Strafbefehls eingelegt werden.

Wird diese Frist versäumt, wird der Strafbefehl rechtskräftig. Das bedeutet:

  • die Strafe muss akzeptiert werden
  • ein späterer Einspruch ist in der Regel nicht mehr möglich

Gerade deshalb ist es wichtig, einen Strafbefehl möglichst frühzeitig prüfen zu lassen.

Wie kann man Einspruch gegen einen Strafbefehl einlegen?

Der Einspruch kann relativ einfach eingelegt werden.

Er kann beispielsweise erfolgen:

  • schriftlich beim zuständigen Amtsgericht
  • zu Protokoll der Geschäftsstelle des Gerichts

Eine Begründung ist zunächst nicht zwingend erforderlich. Der Einspruch muss jedoch innerhalb der zweiwöchigen Frist beim Gericht eingehen.

Nach einem Einspruch kommt es in der Regel zu einer Hauptverhandlung vor dem Strafgericht.

Was passiert nach einem Einspruch?

Wird Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt, prüft das Gericht den Fall erneut.

In der Regel kommt es dann zu einer Hauptverhandlung, in der:

  • Zeugen vernommen werden
  • Beweise geprüft werden
  • der Beschuldigte sich äußern kann

Am Ende der Verhandlung entscheidet das Gericht durch Urteil.

Das Gericht ist dabei nicht an die Strafe im Strafbefehl gebunden. Die Strafe kann daher auch höher oder niedriger ausfallen.

Wann ist ein Einspruch gegen den Strafbefehl sinnvoll?

Ob ein Einspruch sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Ein Einspruch kann insbesondere in Betracht kommen, wenn:

  • der Tatvorwurf unzutreffend ist
  • wichtige Beweise fehlen
  • die Strafe zu hoch erscheint
  • ein Fahrverbot vermieden werden soll
  • persönliche Umstände nicht ausreichend berücksichtigt wurden

Ein erfahrener Strafverteidiger kann prüfen, ob ein Einspruch Aussicht auf Erfolg hat.

Welche Folgen hat ein Strafbefehl?

Ein Strafbefehl hat ähnliche Folgen wie ein Urteil.

Das bedeutet insbesondere:

  • eine Geldstrafe wird im Bundeszentralregister eingetragen
  • bei bestimmten Strafen erfolgt auch ein Eintrag im Führungszeugnis

Ob ein Eintrag im Führungszeugnis erfolgt, hängt unter anderem von der Höhe der Strafe und möglichen Vorstrafen ab.

Warum eine anwaltliche Prüfung sinnvoll ist

Viele Betroffene akzeptieren einen Strafbefehl vorschnell, weil sie eine Gerichtsverhandlung vermeiden möchten.

In manchen Fällen kann jedoch ein Einspruch sinnvoll sein.

Ein Strafverteidiger kann beispielsweise prüfen:

  • ob der Tatvorwurf ausreichend belegt ist
  • ob Verfahrensfehler vorliegen
  • ob eine mildere Strafe möglich ist
  • ob eine Einstellung des Verfahrens erreicht werden kann

Eine frühzeitige rechtliche Beratung kann daher entscheidend sein.

Fazit: Strafbefehl nicht vorschnell akzeptieren

Ein Strafbefehl bedeutet nicht automatisch, dass der Tatvorwurf endgültig feststeht. Beschuldigte haben das Recht, innerhalb von zwei Wochen Einspruch einzulegen.

Ob ein Einspruch sinnvoll ist, sollte sorgfältig geprüft werden. In vielen Fällen lohnt sich eine anwaltliche Beratung, um die möglichen Folgen eines Strafbefehls richtig einzuschätzen.

Weitere Themen aus dem Ratgeber Strafrecht: