Vermögensdelikte

Strafrecht

Zu den Vermögensdelikten zählen u.a. Diebstahl, Raub, Betrug, Unterschlagung, Hehlerei, Untreue und Erpressung. Im Folgenden wird auf die am häufigsten anzutreffenden Delikte, namentlich Diebstahl und Betrug, näher eingegangen.

Diebstahl im Sinne des § 242 StGB ist die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache mit Zueignungsabsicht. Eine häufig auftretende Konstellation ist dabei der Ladendiebstahl. Was viele Menschen nicht wissen: Bereits durch das Einstecken kleinerer Sachen ist der Tatbestand erfüllt und die Tat vollendet – Auch, wenn man vom Detektiv angesprochen wird und die Ware im Laden verbleibt. Ein Rücktritt von einer versuchten Tat ist in dieser Konstellation nicht möglich.

Der Raub gem. § 249 StGB dagegen zeichnet sich dadurch aus, dass die Wegnahme mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben begangen wird. Der Raub ist ein Verbrechen und wird grundsätzlich mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

Die Vorschriften bezüglich des Diebstahls sind in jüngster Zeit verschärft worden. Ein Wohnungseinbruchsdiebstahl wird nunmehr ebenfalls mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr belegt, wenn die Tat eine dauerhaft genutzte Privatwohnung betrifft, § 244 Abs. 4 StGB.

Der Betrug gemäß § 263 StGB ist – anders als der Diebstahl – als sogenannten Selbstschädigungsdelikt ausgestaltet: Durch eine Täuschung wird beim Opfer ein Irrtum erregt, welches daraufhin über Vermögen verfügt und einen Schaden verursacht.

Praktisch häufig sind Fälle, in denen der Täter im Internet Waren anbietet, diese nach der Bezahlung aber nicht verschickt. Auch taucht der Betrug regelmäßig in Form des unberechtigten Bezugs von Sozialleistungen auf, weil eine Arbeitsstelle nicht oder nicht rechtzeitig angegeben wird.

Tathandlung des Betruges ist die Täuschung über Tatsachen. „Tatsachen“ können dabei auch sogenannte innere Tatsachen sein, insbesondere die eigene Bereitschaft, vertragliche Pflichten zu erfüllen. Da der nachträgliche Wegfall der Leistungsfähigkeit unter Umständen keine Straftat, sondern lediglich eine zivilrechtliche Angelegenheit darstellt, bieten sich hier oftmals erfolgversprechende Ansätze für eine Verteidigung.

Neben dem klassischen Betrug erlangt der Computerbetrug gem. § 263a StGB Bedeutung, wenn kein menschlicher Täuschungspartner vorhanden ist. Häufig ist die unbefugte Verwendung einer PIN von EC- und Kreditkarten am Bankautomaten oder bei der Zahlung an der Kasse.

Wenn Sie eines Vermögensdelikts beschuldigt werden, sollten Sie zunächst keine Angaben zur Sache machen und einen Anwalt mit Ihrer Verteidigung beauftragen. Gemeinsam kann Einsicht in die Akten genommen und der Tatvorwurf ggf. entkräftet werden; jedenfalls kann die drohende Bestrafung abgeschwächt werden.