Opfervertretung

Strafverfahren

Wie der Beschuldigte, so hat auch der Geschädigte einer Straftat verschiedene Möglichkeiten, seine Rechte geltend zu machen. Hierbei stehen wir Ihnen ebenfalls gerne helfend zur Seite.

Wenn Sie infolge einer Straftat Schäden erlitten haben, steht Ihnen in der Regel ein Ersatzanspruch gegen den Täter zu. Bei der Verletzung des Körpers kommt ein Schmerzensgeldanspruch hinzu.

Das Gesetz sieht verschiedene Wege vor, wie der Geschädigte diese Rechte geltend machen kann. Neben einem Vorgehen im „normalen“ Zivilverfahren, das unter Umstände die Erhebung einer zivilrechtlichen Klage gegen den Schädiger voraussetzt, kann der Verletzte seine vermögensrechtlichen Ansprüche auch in einem anhängigen Strafverfahren geltend machen (§ 403 StPO – sog. Adhäsionsantrag). Dieses Verfahren bietet dem Opfer mehrere Vorteile; zu nennen sind beispielsweise:

  • Ein Gerichtskostenvorschuss muss nicht gezahlt werden
  • das Gericht erhebt von Amts wegen Beweise;
  • der Geschädigte kann selbst als Zeuge aussagen.

Aufgrund dieser Vorteile im Vergleich zur zivilrechtlichen Klage, sollte die Geltendmachung der Ansprüche im Adhäsionsverfahren stets in Betracht gezogen werden.

Wenn Sie Geschädigte oder Geschädigter einer Straftat sind, beraten und unterstützen wir Sie gern bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche.

Mit der Nebenklage schließt sich der Verletzte der öffentlichen Anklage der Staatsanwaltschaft an. Hierzu berechtigt ist der Verletzte, wenn eine bestimmte im Gesetz genannte Straftat Verfahrensgegenstand ist. Durch den Anschluss als Nebenkläger erwachsen dem Verletzten prozessuale Rechte, insbesondere wird er förmlich zur Hauptverhandlung geladen und hat ein ständiges Anwesenheitsrecht. Auch darf er Zeugen befragen und Beweisanträge stellen. In gewissem Umfang kann er gegen das Urteil auch Rechtsmittel einlegen.

Ziel des Nebenklageverfahrens ist die Herbeiführung der strafrechtlichen Verurteilung des Beschuldigten. Daneben können dem Verletzten aber auch zivilrechtliche Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld zustehen. Diese Rechte können ebenfalls im Strafverfahren geltend gemacht werden (sog. Adhäsionsverfahren, s. o.).

Der Nebenkläger hat das Recht, sich des Beistands durch einen Rechtsanwalt zu bedienen und sich durch diesen vertreten zu lassen. Der Anwalt kann insbesondere dafür sorgen, dass die erforderlichen Anträge ordnungsgemäß und rechtzeitig gestellt werden, sodass Ihre Rechte möglichst effektiv und umfassend gewahrt sind.

Die Anwaltskosten des Nebenklägers trägt grundsätzlich der Angeklagte, wenn er wegen einer Tat, die den Nebenkläger betrifft, verurteilt wird. In bestimmten Fällen kann der Nebenkläger zudem auch die Beiordnung eines Anwalts verlangen.

Wir beraten Sie gerne über den Anschluss als Nebenkläger und stellen die entsprechenden Anträge für Sie bei Gericht.

Mit der Privatklage kann der Verletzte unter bestimmten, engen Voraussetzungen das Strafverfahren ohne Mitwirkung der Staatsanwaltschaft gegen den Beschuldigten betreiben. Dies ist nur bei bestimmten, im Gesetz abschließend aufgezählten Taten zulässig; Es handelt sich dabei um Fälle leichterer Straftaten (z.B. Hausfriedensbruch, Beleidigung, einfache Körperverletzung). Nicht zulässig ist die Privatklage gegen Jugendliche. Bei bestimmten Delikten ist die Privatklage zudem nur dann zulässig, wenn zuvor ein Sühneversuch zwischen Beschuldigtem und Geschädigtem vor einer Vergleichsstelle gescheitert ist.

Der Privatkläger muss für die Gerichtskosten einen Vorschuss leisten. Bei nicht ausreichenden finanziellen Mitteln besteht für ihn die Möglichkeit, Prozesskostenhilfe zu beantragen.

Wenn Sie über eine Privatklage nachdenken, sollten Sie sich bezüglich der Erfolgsaussichten und Risiken unbedingt von einem Anwalt beraten lassen. Auch wird der Rechtsanwalt die erforderlichen Schriftsätze und Anträge an das Gericht richten.

Weitere Schwerpunkte

Wir beraten und vertreten Sie gerne auch in weiteren Bereichen des Strafverfahrensrechts.
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