Untersuchungshaft

Strafverfahren

Vorläufige Festnahme und Untersuchungshaft („U-Haft“)

Das Gesetz sieht auch schon während des Ermittlungsverfahrens verschiedene Maßnahmen der Freiheitsentziehung vor.

Ohne Haftbefehl können Personen maximal bis zum Ende des Folgetages von der Polizei festgehalten werden. Danach sind sie zwingend einem Richter vorzuführen, der über die weitere Festnahme entscheiden muss. Soll eine Person dann länger festgehalten werden, ist ein Haftbefehl nötig.

Das Gericht erlässt einen Untersuchungshaftbefehl, wenn ein dringender Tatverdacht gegen eine Person besteht, ein Haftgrund vorliegt und die Haft verhältnismäßig ist.

Haftgründe sind Flucht, Fluchtgefahr, Verdunklungsgefahr, Wiederholungsgefahr und die „Schwere der Tat“.

Gegen die Anordnung der Untersuchungshaft stehen dem Beschuldigten Rechtsbehelfe zu. So kann er jederzeit die gerichtliche Haftprüfung beantragen, § 117 StPO. In einem mündlichen Termin wird dann mit dem Ermittlungsrichter erörtert, ob der Haftbefehl aufgehoben oder jedenfalls gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt werden kann.

Weiterhin kann der Haftbefehl mit der Haftbeschwerde einem höheren Gericht zur Kontrolle vorgelegt werden.

Ein Beschuldigter in Untersuchungshaft hat Anspruch auf den Beistand eines Anwalts seiner Wahl. Die Kosten für die Beauftragung eines Anwalts werden vorläufig vom Staat getragen (Pflichtverteidigung, s. § 140 Abs. 1 Nr. 4 StPO). Hintergrund ist, dass der Betroffene aufgrund der Inhaftierung in seinen Möglichkeiten, sich anmessen zu verteidigen, erheblich eingeschränkt ist.

Strafverteidiger beauftragen!

In der Extremsituation der Untersuchungshaft ist es wichtig, einen Verteidiger an seiner Seite zu haben, der die eigenen Rechte und Interessen wahrt. Mit seiner Hilfe können Haftbeschränkungen möglicherweise gelockert, auf die Beschleunigung des Verfahrens gedrängt oder der Haftbefehl außer Vollzug oder aufgehoben werden. Zögern Sie also nicht, schnellstmöglich einen Verteidiger zu konsultieren. Zuvor sollten Sie keinesfalls Angaben zur Sache machen.

Weitere Schwerpunkte

Wir beraten und vertreten Sie gerne auch in weiteren Bereichen des Strafverfahrensrechts.
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